Geburt und Geburtsvorbereitung im Ayurveda



Oft kommt die Betreuung und Behandlung der werdenden Mutter in unserer westlichen Welt leider viel zu kurz. Meist geht es nur um das Baby, nach der Geburt sowieso und dann kommt die Mutter oft zu kurz. Dabei braucht gerade sie die meiste Regeneration, um wieder genug Kraft zu tanken und für das Neugeborene da sein zu können. Im Ayurveda wird darauf noch sehr viel mehr Wert gelegt. Denn Tatsache ist, wenn die Mutter erstmal in eine starke Dysbalance gerät, wird alles nur noch anstrengender und schlimmer. Dann bekommt sie eventuell Stillprobleme oder alte Krankheiten treten wieder verschlimmert auf, wie bspw. Hautkrankheiten.

Daher ist es besonders wichtig der werdenden Mutter so viel Unterstützung wie möglich zukommen zu lassen. Um eine angenehme Geburt und ein entspanntes Wochenbett zu gewährleisten.


Im Ayurveda gibt es wertvolle Anweisungen, wie wir den Fluss der Geburt harmonisch gestalten können.

Denn eigentlich, soll die Geburt kein schmerzhafter Vorgang sein. Eine ayurvedische Geburt verläuft unproblematisch, pünktlich zum errechneten Geburtstermin und vor allem schmerzlos. Um dies zu gewährleisten wird im Ayurveda geraten schon bereits zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin in ein Geburtshaus zu gehen. Dort werden verschiedene Therapien eingeleitet, um die Mutter bestmöglich auf die schmerzfreie Geburt vorzubereiten. Da die Geburt ein Vata-dominierter Vorgang ist, erhöht sich im letzten Trimester das Vata stark, welches auch die Beschwerden begünstigen kann wie Schmerzen, abnorme Geburtslagen, oder Geburtsstillstand bei geschlossenem Muttermund.


Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Gebärende optimal umsorgt wird.

Eine Gebärende, die umsorgt wird, hat immer eine leichtere Geburt. Die Natur kann wirken, ohne von der Angst blockiert zu werden. Die Gebärende fühlt sich am besten behütet, wenn sie von den weiblichen Mitgliedern ihrer Familie umsorgt wird. Denn bei denen ist ihr nichts fremd. Die werdende Mutter sollte die Geburt mit einer Hebamme und den weiblichen Verwandten erleben. In jedem Fall sollte die Betreuerin erfahren und älter sein, selbst schon Kinder geboren haben, frei von Sorgen und nicht von nervösem Temperament sein.


Die Umgebung in der die Geburt stattfindet sollte sauber sein, mit natürlichen Materialien und hellen Farben (wichtig, um dem Kind die Orientierung zum Licht zu geben), weichem Licht und von einer angenehm warmen Raumtemperatur erfüllt sein. Bei der Geburt eines Kindes ist das gesamte Geist–Körpersystem in höchster Aufruhr, sodass auch die beruhigende und ordnende Wirkung des Gandharva–Veda genutzt werden kann. Außerdem können Vata-harmonisierende Gerüche in Form von Aromaölen verwendet werden. So hat das Kind eine schöne, angenehme Geburtsatmosphäre.


Durch Behandlungen wie verschiedene Einläufe, Massagen, Vata-senkende Ernährung und Kräutertherapie kann diesen Symptomen vorgebeugt werden und die Mutter wird angenehm und optimal auf die Geburt vorbereitet. So wird die Gebärende gebadet und geölt um für die Geburt entspannt zu sein, so lange noch keine Wehen eingesetzt haben. Außerdem begommt sie einen Einlauf aus verschiedenen Kräutern und Milch, um den Darm vor der Geburt zu entleeren. Der Geburtskanal wird mit Ghee oder Sesamöl einmassiert.


Generell soltlen Ärgern und Sorgen von der Gebärenden ferngehalten werden, stattdessen sollte beruhigend und unterstützend mit ihr gesprochen werden. Zur Entspannung und um Wehen auszulösen kann auch eine Massage des Rückens und der Hüften mit Ölen aus Zimt, Ingwer, Nelken und Eisenkraut durchegführt werden.


Gleich nach der Geburt wird das Baby an die rechte Brust angelegt, was die Bindung fördert und den Milchfluss anregt. Wenn das Kind den Mutterleib verlassen hat, verbleibt dort ein leerer Raum, da Raum ein Element von Vata ist, wird dieses demnach erhöht. Also sollten nach der Geburt Maßnahmen getroffen werden, um Vata wieder zu mindern. Der mütterliche Bauch wird gewickelt, um den Raum im Bauch zu verkleinern. Sie bekommt warme Nahrung und wird täglich massiert, denn das festigt die Gewebe und vermindert Vata. Die Mutter wird stetig gewärmt und die Atmosphäre sollte weiterhin beruhigt und angenehm sein, damit die neue Mutter sich erholen kann.


In unserer westlichen Welt lassen sich leider viele dieser ayurvedischen Empfehlungen zur Geburtshilfe, hauptsächlich aus rechtlichen Gründen nicht umsetzten. Oft kommt die werdende Mutter völlig gestresst am Tag der Geburt im Krankenhaus an. Es ist jedoch möglich selbst zu hause als Geburtsvorbereitung die Anwendungen durchzuführen oder durchführen zu lassen, um so den Schmerz oder auftretende Komplikationen zu mindern.



Ein schönes Buch, welches dieses Thema ausführlicher behandelt ist:


Das große Ayurveda-Buch für Mutter und Kind

oder

Glückliche Schwangerschaft - glückliche Babys: Das ganzheitliche Ayurveda-Programm vom Kinderwunsch bis zu den ersten Schritten ins Leben