• Franzi

Die Beziehung mit deiner Haut verstehen lernen -warum juckt es mich, was will mir die Haut sagen.


Unser gesamtes Leben besteht aus Beziehungen und dreht sich um diese. Universell stehen wir in Beziehung zu unserer Erde, zum Mond und zur Sonne. Die Erdanziehung zieht uns Richtung Erdkern, der Mond bewegt unsere Meere und beeinflusst unsere Gefühle, unseren Schlaf und vieles mehr, die Sonne wärmt uns, gibt uns Energie und beeinflusst unsere Stimmung. Wir stehen in Beziehung zu der Luft, die wir atmen, zu dem Wasser, was wir trinken und zur Nahrung die wir essen. Wir stehen in Beziehung zu unseren Eltern, unserem Lebenspartner, unseren Freunden und Arbeitskollegen. Die Arbeit, das Bankkonto, aber vor allem der Körper, die Gefühle und die Gedanken sind in Beziehung zu uns. Im Alltag spielen Beziehungen somit eine sehr bedeutende Rolle und sollten besonders liebevoll und achtsam behandelt werden, leider ist das oft nicht der Fall. So werden Beziehungen zu engen Personen oft ausgenutzt, um beispielsweise dem anderen unsere Meinung aufzuzwingen. Dadurch entwickeln sich Beziehungen, anstatt zu einer liebevollen Erfahrung zu einer emotionalen Abhängigkeit, in der zwei Personen versuchen, sich gegenseitig ihre eigene fehlende Liebe zu entziehen. Dabei gehen jedoch beide leer aus und aus Frust, dass der andere das Loch in einem selbst nicht füllen kann, machen wir ihn dafür verantwortlich und streiten uns.


Daher wird in der ayurvedischen Lehre darauf geachtet, einen liebevollen, achtsamen Umgang zu jedem Menschen zu pflegen. Wenn negative Gefühle auftauchen zum Beispiel: Wut über eine aus der Vergangenheit erlebte Verletzung, oder Angst, eine extrem kritische Einstellung usw. dann sollten wir dieses Gefühl sehr genau beobachten. Dabei sollte Verurteilung niemals stattfinden, weder für andere noch für sich selbst! Wir sollten immer in der Selbstliebe bleiben. Wenn also so ein intensives Gefühl in uns auftaucht, dann ist es wichtig dahin zu schauen und zu hören, was dieses Gefühl oder der Gedanke uns eigentlich sagen will. Wenn wir dabei ganz ehrlich zu uns sind, dann werden wir Klarheit finden. Wenn wir uns der Klarheit aus Scham etc. versperren, dann werden Gefühle unterdrückt und Stress baut sich auf. Dieser emotionale Stress ist auch eine Ursache von Krankheiten. Wir stören unsere inneren biochemischen Prozesse, wodurch unsere Doshas aus dem Gleichgewicht geraten und eine Krankheit entstehen kann. Deshalb ist es so wichtig, dass alle unsere Beziehungen von absoluter Klarheit gekennzeichnet sind. Wenn wir klar sind in unserer Kommunikation miteinander und in unseren Gefühlen, dann entsteht Mitgefühl für den Gegenüber, weil wir uns nicht von schlechten Emotionen blockieren lassen und klar Kommunizieren. Dieses Mitgefühl ist nichts anderes als Liebe, somit ist Liebe Klarheit. Und keine andere Kraft ist so stark und machtvoll wie die Liebe, sie ist der Schlüssel, zu einer glücklichen Beziehung.


In welcher Beziehung stehen wir nun mit unserer Haut? Sie ist die äußere materielle Grenze unseres Körpers zur Umwelt und gleichzeitig stehen wir durch sie in Verbindung mit dem Außen, denn wir berühren mit ihr alles um uns herum. In der Haut zeigen wir uns dem Außen, dabei spiegelt sie alles. Einerseits ist die Haut eine Reflexionsfläche der inneren Organe, andererseits wird durch Einwirkung auf die Haut von außen ein Signal nach innen zum Organ weitergeleitet, wie beispielweise bei der Fußreflexzonenmassage. Was auch immer also auf der Haut erscheint, kommt nicht aus Zufall an dieser Stelle zum Vorschein, sondern ist mit einem Organ im Körper verbunden und will uns auf etwas hinweisen. Die Haut kommuniziert also mit uns, weil wir ja nicht in uns hineinschauen können, um zu sehen, was da gerade nicht stimmt.

Es materialisiert sich also auf der Haut ein Muster welches bereits auf der immateriellen Ebene vorhanden ist. So können wir vom Sichtbaren auf das was im Verborgenen ist schließen und die Haut dient dafür als perfekten Spiegel. Die Haut spiegelt uns auch unsere gesamten psychischen Abläufe und Reaktionen. Die deutlichsten Zeichen kennen wir alle; man wird rot vor Scham oder Erregung und blass vor Angst oder Unwohlsein. Dies kann man anhand der elektronischen Leitfähigkeit der Haut mit Geräten sogar messen.


Es ist also unumstritten, dass die Haut unser Inneres nach außen kommuniziert. So steckt unter einer empfindlichen Haut, die schnell errötet und Ausschläge bekommt, oft eine sehr empfindliche Seele. Die errötende Haut zeigt eine Erregung, Aufregung, der Ausschlag schlägt nach außen. Es durchbricht etwas die Grenze, etwas will nach außen und gesehen werden. Denn bisher wurde dieses „Etwas“ nicht gesehen ja sogar zurückgehalten und verdrängt, weshalb es sich über die Haut nun sichtbar und somit bewusst macht. Interessantes Beispiel ist hier der Vergleich von Rüdiger Dahlke und dem Milchschorf des Babys, er sagt dies ist die Antwort für Mütter, die ihre Babys zu wenig berühren oder emotional vernachlässigen. Der Milchschorf dringt als Sichtbarer Ausdruck der emotionalen Vernachlässigung durch die Haut ins Sichtbare nach außen.

Irgendwann müssen wir also die ewig befürchtete und abgewehrte Reaktion der Seele geschehen lassen, um zu erfahren, dass die Seele daran noch lange nicht zugrunde geht. Wir müssen wieder verwundbar werden um das wunderbare erleben zu können! Ausschläge machen uns offen und verwundbar, die Haut manifestiert also das Verlangen der Seele, was wir der Seele auf der Gefühlsebene verwehren, verwundbar und offen für Gefühle und unser Umfeld zu sein.


Hinzu kommt bei Neurodermitis noch der Juckreiz. Ständig juckt und kratzt es, dass wir manchmal schon fast verzweifeln. Das Jucken ist also ein Reiz der nach außen will. Irgendetwas in uns haben wir übersehen, dass es sich nach außen somatisieren muss. Vielleicht eine Leidenschaft, ein inneres Feuer, eine glühende Liebe vielleicht auch unseren wahren Seelenweg, der entdeckt werden will. Deshalb zwingt es uns über den schrecklichen Juckreiz zum kratzen. Man kratzt auf um das zu finden, was einen juckt und holt das an die Oberfläche, was gesehen werden will. Eine passende Beschreibung ist dafür auch: es brennt mir etwas auf der Seele, was gesehen werden will. Es wundert also nicht, dass die Hautausschläge rot sind, brennen, anschwellen und sogar bluten. Wie ein Flächenbrand auf der Haut, will das Feuer der Seele nach außen damit wir uns endlich damit auseinander setzten und es löschen, indem wir das Verlangen befriedigen, was da gestillt werden will. Im Kern ist dieses Verlangen immer ein Ruf nach Liebe, der Selbstliebe.

Wenn wir also in der Beziehung zu unserer Haut, als Spiegel der Seele wieder Klarheit über unsere Gefühle erlangen, können wir den Ruf der Seele verstehen lernen und übersetzten, was sie uns über die Haut sagen will. Meist ist es genau das was die Seele möchte, dass wir ehrlich und klar zu uns selbst sind, unsere Gefühle ausleben und uns nicht für andere wie die Familie oder die Gesellschaft verbiegen und dabei uns selbst vergessen. Dabei spielt auch Abgrenzung eine sehr wichtige Rolle. Das wir lernen, wann wir uns abgrenzen sollten um uns selbst treu zu bleiben, denn viele wollen immer „gefallen“ und machen dann Dinge, die sie gar nicht wollen.


Ich selbst habe viel getan, um anderen zu beweisen, dass ich „gut genug“ bin und habe dabei nicht meine Wahrheit gelebt. Ich habe ein Leben gelebt, was nach außen schön aussah, innerlich war ich aber leer und gelangweilt. Meine Seele hat mir das deutlich über meine Haut gezeigt, aber ich habe die Signale nicht verstanden. Ich habe mich von Menschen beeinflussen lassen, die in meinen Augen stark und erfolgreich waren, dabei waren sie innerlich auch nur leer. Zudem wusste ich auch gar nicht, wer ich eigentlich war und was ich im Leben aus tiefsten Herzen eigentlich wollte. Auf mein Herz zu hören, musste ich erst wieder lernen, das hatte ich nämlich stillgelegt, um nicht verletzt werden zu können. Genau dann verletzten wir aber am meisten uns selbst, wenn wir unser Herz zu machen. Yoga und Ayurveda haben mein Herz wieder geöffnet und mir die Beziehung zu meiner Haut verdeutlicht, die nur aus Liebe bestehen sollte, wie alles im Leben.

Wie dir das gelingt und wie du die Beziehung zu deiner Haut besser verstehen kannst, dafür hilft es, wenn du versuchst dir diese Fragen zu beantworten:

Was für ein Mensch möchte ich sein?

Was möchte ich auf der Welt bewirken?

Grenze ich mich zu sehr von der Kommunikation mit mir und anderen ab?

Steht hinter meiner ablehnenden Haltung der verdrängte Wunsch nach Nähe?

Welches Gefühl will über die Haut nach außen?

Was juckt mich in Wirklichkeit? Was regt mich in meinem Leben richtig auf?

Wo lasse ich es zu, dass andere mein Leben bestimmen und grenze mich nicht genug ab?

Schreib mir gerne deine Erkenntnisse, ich freue mich darauf!

Om shanti, shanti, shanti.

Ich wüsche dir Frieden für Körper, Geist und Seele.

Deine Franzi.


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